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SEO-Experten und SEO-Agenturen: universell oder spezialisiert?

Was muss ein SEO-Experte bzw. eine SEO-Agentur anbieten und können?

Universell einen Überblick über alle SEO-Themen haben oder spezialisiert auf einzelne Bereiche sein?

Der Frage möchte ich in dem Beitrag mal etwas auf den Grund gehen und freue mich über eure Meinungen in den Kommentaren!

Johannes spricht in seinem Blog-Artikel die umfangreichen Artikel im Netz über SEO-Grundlagen an und fordert, daß SEOs nicht die „Bodenhaftung“ verlieren sollen:

In den letzten Jahren ist ein umfangreicher Erfahrungsschatz gewachsen. Von diesem profitieren jetzt Neueinsteiger sowie Firmen, die bislang kein SEO betrieben haben. Sie kommen jetzt viel schneller zu guten Ergebnissen, da nicht jeder Fehler erneut gemacht werden muss. Somit stellt sich bei vielen Grundlagenthemen Routine ein.

und

Dadurch sehe ich derzeit die Gefahr, dass die Branche die wichtige Bodenhaftung verliert. Wenn ich mit Personen spreche, die besser gefunden werden wollen, so ist das Problem in der Regel nicht, dass Pi für die wichtige WTF-Formel in der 9. Nachkommastelle falsch berechnet wurde, sondern es mangelt an Grundlagen wie Keyword-Recherche, Informationsarchitektur und crawlerfreundlicher Webseitengestaltung.

Dem stimme ich generell zu:

Wir haben grundsätzlich noch das gleiche SEO wie vor Jahren und die gleichen Probleme wie vor Jahren: auch heute kann ich mit einer ordentlichen SEO-Strategie und -Arbeit ne Webseite genauso in die SERPs pushen wie vor 5 Jahren.

Aber…

Vor 5 Jahren mußte ich noch suchen nach guten SEO-Beiträgen und Tipps, hier z.B. mein Artikel „SEO-Grundlagen“ von 2008. Heute gibts das im Internet wie Sand am Meer und Einsteiger haben eher das Problem, daß Sie nicht wissen wem sie „glauben“ sollen bzw. was wirklich gut oder schlecht ist. Sieht man auch gut an der laufenden Diskussion um „Linkabbau„.

SEO-Experten

Was ist ein SEO-Experte und was nicht?

Generell sehe ich das so wie Martin:

… für das Vertrauen in eine Branche braucht es ehrliche Anbieter, die transparent machen können, was sie können und was nicht. Da es nach wie vor viele (unprofessionelle) Seo-Anbieter gibt, die das nicht können, finde ich es gut und richtig, das immer wieder zu betonen.

Wenn ich als SEO-Experte gar keine Ahnung von Facebook und Social Media habe, wie will ich eine Linkbait-Strategie der Marketing-Abteilung des Groß-Konzerns beurteilen können? MUSS ich nicht sogar als guter SEO insgesamt einen Überblick haben über ALLE Bereiche und universell meine Informationen beziehen? Dazu gehört aus meiner Sicht (und das sag ich seit JAHREN!) auch, daß ich wissen muß was die „bösen Jungs“ grad machen – wie soll ich sonst meine Kunden davor schützen, Einstiegslöcher dichtmachen, etc. , wenn ich als SEO nicht weiß was grad aktuell läuft? Spam, Cloaking und so weiter…

Anmerkung:

Früher wurde noch viel mehr unterschieden zwischen White Hat SEO, Grey Hat SEO und Black Hat SEO. Da gab es noch nicht die „überzogene Diskussion“ zwischen „Gut“ und „Böse“ – da wurde frei gebloggt und gemacht oder eben nicht – aber nicht so stark darüber „geurteilt“. Vielleicht liegt es auch an der Ausweitung der Szene und dem Druck durch Google?!? Über „Negative SEO“ hab ich 2012 schon gebloggt, als in der deutschen SEO-Szene noch gar nicht davon die Rede war. Weiß denn wirklich JEDER der über Google-Abstrafung klagt, ob er nicht doch von einem Negative-SEO-Angriff betroffen ist? Analysiert jeder seine Backlinks bis in die Tiefe und aktuell? – Dabei steht GAR NICHT zur Debatte ob ich das GUT finde oder nicht. Ob ein Kunde das wahrnimmt oder nicht, ist doch keine Entscheidung die ich als SEO zu treffen habe. Über Gefahren aufklären muß ich beim Linkbuilding auch, nicht nur im Bereich Negative SEO. Es ist auf dem Markt und darum kann und muß man das mE auch ansprechen. Black Hat SEO gibt es ja nicht erst seit 2012 –  hier ein Artikel von mir dazu aus 2009: Black Hat SEO und Grey Hat SEO – Tipps und Tricks

/ Anmerkung!

Wieder von mir ein „Ja, aber…“.

Wir könnten da bitte etwas trennen zwischen: WISSEN und ANBIETEN!

Wir z.B. in unserer Agentur haben ein sehr breites Netz  mit über 300 Programmierern, Technikern, SEMlern, anderen SEO-Experten, Linkaufbau-Spezialisten, Tool-Spezialisten, App-Programmierung und so weiter in der EU verteilt. Vielleicht sind es sogar mehr. Also haben wir z.B. für Onlineshops eigene Programmierer für Gambio, für XTC, für Magento. Und da sogar noch unterteilt in Bereiche wie z.B. technische Programmierungen und Template-Arbeiten. Somit kann man für jeden Kunden – passend zur Internet-Strategie, zum Budget, zu den Kundenwünschen – exakt ein Team zusammenstellen was den Bedürfnissen und Wünschen des Kunden entspricht. Darum haben wir z.B. auch kein Standard-Angebot, sondern IMMER individuell ein zugeschnittenes Angebot je nach Kundenanforderung. Sicher hat man sich überschneidende Bausteine, aber es ist niemals komplett gleich.

Ist also eine auf „Beratung und Strategie“ ausgerichtete „kleine Agentur“ mit großem Netzwerk „schlechter“ als eine große Agentur die Inhouse-Spezialisten hat? Oder kann eine große Agentur vielleicht sogar NIEMALS über die Breite und Tiefe an Spezialisten verfügen, auf die eine kleinere Agentur kundenspezifisch über ein jahrelanges Netzwerk und Erfahrungen zurückgreifen kann?

Was muß also ein SEO-Experte können?

Dazu gibt es in der aktuellen Website-Boosting den tollen Artikel „Ist die Personalpolitik von SEO-Agenturen falsch?“ von Jonas Helm (webhelps!), aus welchem ich hier zitiere:

Schauen wir uns an, welche Aufgaben und Fähigkeiten Agenturen heutzutage von einem SEO-Manager bei der Einstellung verlangen, ist es kein Wunder, dass zu wenig Fachpersonal gefunden wird. Wer soll diese ganzen Disziplinen auf hohem Niveau beherrschen können, vor allem, wenn wir uns das ambitionierte Ziel setzen, Suchmaschinenoptimierung nachhaltig und googlekonform zu betreiben? Folgende Aufgaben erwarten einen SEO-Manager in einer Agentur, wenn wir diverse Stellenausschreibungen betrachten:

  1. Fähigkeit zur gezielteten SEO-Analyse bestehender Webseiten/-shops

  2. Strategische Erarbeitung sowie aktive Steuerung der SEO-Maßnahmen (onpage, Technik, offpage) im Unternehmen mit Fokus auf stetige Optimierung

  3. Keyword-Analyse und -Research

  4. Texterstellung und -optimierung

  5. Entwicklung und Umsetzung hochqualitativer Linkstrategien für alle relevanten Seiten

  6. Auf- und Ausbau von Universal Search Rankings

  7. Koordination externer Dienstleister (Content, offpage, Entwicklung u.v.m.)

  8. Wettbewerber-Analyse onpage und offpage

  9. Analyse und Auswertung suchmaschinenrelevanter Daten

  10. Controlling der KPI je Kampagne und Optimierung mit den jeweiligen Produktmanagern, Optimierung der Keywords-Listen anhand der Performance-Zahlen

  11. Aktives Testing neuer innovativer Maßnahmen

  12. Reporting an die Geschäftsführung und Marketingleitung

  13. Betreuung und Beratung der Kunden

  14. Stetige Markt-, Wettbewerbs- und Trendbeobachtung

In diesem sehr lesenswerten und empfehlenswerten Artikel teilt er dann ein „zeitgemäßes SEO-Team“ in folgende Funktionen ein (Abweichungen natürlich möglich):

  • SEO-Projektleiter, Berater und Key-Account

  • Programmierer

  • Marketingspezialist

  • Spezialist für Pressearbeit

  • Designer

Website Boosting Ausgabe Nr. 20 – ab Seite 34

Und dem stimme ich genauso zu: häufig wird in Stellenanzeigen die „Eierlegende-Wollmilch-Sau“ gefordert, am besten noch mit Marketing-Abschluß, Berufserfahrung und für 2.500 Brutto im Monat. Die Anforderungen des Marktes gehen am vorhandenen Potential vorbei und stellen häufig die falschen Anforderungen.

SEO = Marketing – früher und heute

„Der Wurm muß dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“

Grundsätzlich – denke ich persönlich – findet jeder Kunde irgendwann die Agentur die zu seinem Team und seinem Portfolio paßt. Daß Google hier dauernd die Stellschrauben anzieht, verdreht usw. das ist alles seit Jahren das Gleiche und wird sicher auch so weitergehen – hey, wie langweilig wäre unser Job ohne „Herausforderung“?

Viele SEOs und Agenturen schimpfen über „verbrannte Kunden“, lächeln dann aber herablassend über die Annahme von „Fang-Angeboten“ und „dumme Fragen“. Nein, es kann sich eben nicht jeder erstmal einlesen in Website Boosting wenn er auf die Idee für Suchmaschinenoptimierung kommt.

SEO-Abzocker ausschalten

Viel wichtiger finde ich persönlich eigentlich, daß sich die SEO-Szene endlich mal gegen die Abzocker wehrt, gegen unprofessionelle Anbieter die dem Ruf der ganzen Branche schaden – denn es sind seit Jahren die Gleichen!

Nach meinem Artikel über das SEO-Angebot bin ich getrollt worden (yeah, Popcorn), ich hätte „kein Rückgrat“ weil ich den Namen der Agentur nicht preisgebe. Da reichen 2-3 Google-Eingaben, dann weiß man doch um wen es geht (siehe Kommentare) und außerdem: DIE sog. „SEO-Experten“, die die schwarzen Schafe in unserer Branche NICHT kennen, DIE sind mE auch keine „SEO-Experten“ 🙂 -> Nachsitzen!

Die „Agentur“ hat eine gut gefüllte Kriegskasse, wahrscheinlich mehr Rechtsanwälte als echte SEOs und bietet Leuten die über sie bloggen „500 Euro wenn du den Beitrag löscht oder du bekommst eine Abmahnung von uns“. Wer also (öffentlich oder versteckt) von mir behauptet ich hätte „kein Rückgrat“ deswegen, dem sende ich gerne das Original-Angebot sowie alle Unterlagen die ich dazu in 6 Stunden recherchiert habe (sind zweistellig GB) und er oder sie kann GERNE das Angebot mit Klarnamen öffentlich stellen und selbst darüber berichten. Aber wer die Chuzpe selbst nicht hat, der soll MICH nicht verurteilen! Meine höchste Abmahnung war 250.000 Euro mit Unterlassungserklärung, ich hab gerne nichts von Anwälten und Gerichten im Briefkasten. Aber das wäre sicher ne (Linkbait-)Aktion die es in sich hat.

Der Bericht ist leider etwas länger geworden, danke fürs mitlesen und ich freue mich über eure Meinungen in den Kommenaren!



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Kommentare

Michael Schöttler 5. September 2013 um 08:52

Länger aber gut, nicht umsonst von seo-united getweetet. Aber 250.000 Abmahnung ist schon krass ^^


Armin 8. September 2013 um 14:20

Danke für diesen ausführlichen Bericht. Bei den vielen Tipps über Seo im Netz geht es mir wie Du trefflich beschrieben hast: „wem soll man glauben?“ Wenn man z.B. nach einem perfekten Seitentitel googelt findet man massenweisse Tipps – aber jeder erzählt einem was anderes. Dazu kommen dann noch die lästigen Anrufer die einem versprechen sie könnten die Website innerhalb kurzer Zeit mit den gewünschten Keywords auf die Seite 1 bringen. Deshalb lautet mein Motto: „Glaube nie einem SEO“ – und ich denke das geht mitterweilen vielen so. Da wurschtel ich lieber weiterhin alleine vor mich hin auch wenn nicht alles perfekt ist (aus SEO-Sicht).
Liebe Grüße in die Oberpfalz (sehr schöne Ecke)


Marco 16. September 2013 um 13:30

Als erstes mal, sehr guter und vor allem sehr informativer Beitrag.
Leider sehe ich das genau so wie du. Da es immer mehr von den Betrüger Firmen gibt, ist es für wirklich gute Firmen schwer geworden, sich zu „Präsentieren“.

Ich lese das Buch Website Boosting und muss sagen, das es wirklich weiter hilft und durch solche Beiträge wird das wissen immer größer!

Vielen Dank an dich

LG aus Köln


Björn 17. September 2013 um 08:22

Mit SEO-Agenturen habe ich bis jetzt nur schlechte Erfahrungen gemacht. Ganz extrem ist es bei Agenturen, die mehrere hundert Kunden betreuen. Da wird dem einzelnen nicht mehr so viel Beachtung geschenkt. Mein Vertrauen in Agenturen ist schon längst zerstört. Ich arbeite nur noch mit Freelancern zusammen, wo man auch häufiger den direkten Kontakt hat. Ein einzelner SEO-Experte kann die Schuld nämlich nicht auf seine Kollegen abwälzen.


Andreas Weim 25. September 2013 um 10:00

Hallo Alex!

Du sprichst in deinem Artikel sehr gezielt das große derzeit herrschende Problem an: Welcher SEO-Agentur soll man sein Vertrauen schenken? Vor allem für Personen die zum ersten Mal mit dem Thema SEO in Berührung kommen und nun plötzlich die Position ihrer Website in den SERPs verbessern wollen stellt sich diese Frage.
Es ist leider eine Utopie sich eine unabhängige Website vorzustellen, die SEO-Agenturen über Erfahrungsberichte nach Qualität reiht.


Andree 1. Oktober 2013 um 12:52

Das SEO Segment ist wirklich überflutet von unseriösen und amateurhaften Unternehmen, die um das Geld der Websitebetreiber kämpfen. Manchmal hat man das Empfinden, dass jeder Blogbetreiber, der ein paar Mark mit adsense verdient der Überzeugung ist, er sei ein Optimierungsgott für Suchmaschinen. Das es sich bei dieser Thematik um einen sehr wichtigen Bereich für das eigenen Unternehmen handelt ist mir klar. Zukünftig sollten aber Mittel und Wege gefunden werden, um bestimmte Qualitätskriterien zu definieren, was nicht zuletzt auch im Interesse von seriösen SEO-Agenturen sein müsste.


Artur 19. November 2013 um 18:23

Danke für interessanten Artikel, Alex.
Die schlechten von guten SEO Agenturen zu unterscheiden ist nicht so einfach, insbesondere für Unternehmen, die selbst nicht viel Wissen in dem Bereich besitzen, ich bin mir sicher das die auch am meisten Schaden tragen. Die unseriosen SEO Agenturen haben oft gute Marketingstrategien und Dienstleistungsverkäufer, dazu genügend Capital. Besonders kleinere Unternehmen sind inzwischen sehr vorsichtig geworden.
Vielleicht braucht es eine Etwicklung wie bei Shop-Zertifizierungen, denn diese sind durchaus wirksame Hilfe für den Käufer geworden.


Christoph 30. Juli 2015 um 15:30

Hi,

ich denke eine gute SEO Agentur hat Experten, die in vielen Bereichen gearbeitet haben und sich nicht nur im SEO-Bereich auskennen. Außer den Grundlagen der Optimierung sollte die Nachhaltigkeit im Fokus stehen, denn wir haben auch viele Kunden die enttäuscht zu uns gekommen sind und sich gewundert haben, dass sie bei uns nicht das Versprechen bekommen „das die Kunden immer und überall in den SERPs auf Position 1 stehen“. Übernimmt man diese Projekte und schaut sich an, wie und mit welchen Tricks hantiert worden ist, dann tut es mir um jeden Euro des Kunden leid.

Vor allem muss man auch eins können: sagen was die Grenzen sind. Denn nur auf einer ehrlichen Basis kann professionell gearbeitet werden.

Viele Grüße

Christoph


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