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30c3 – Überwachung

Zwischen Weihnachten und Neujahr fand wieder der Kongress des CCC statt: 30c3

Überwachung und Sprache

Politisch motiviertes Internetmonitoring

Link zum CCC-Stream: Überwachung und Sprache 

Tags: NSA, Named Entity, Rebellmarkt-Blogger, Fefe, Kollokationen, Google

„Erfundenes“ Advanced Security Toolkit:

Named Entity

Begriffe:

  • NE = Named Entity = NE = Ausdrücke die Identitäten eindeutig von anderen Identitäten mit ähnlichen Attributen unterscheiden, Ziele sind z.B. Geografische Ziele, Organisationen, Personen
  • NER = Named Entity Recognition = Verfahren zur automatischen Identifizierung von NE’s in natürlich-sprachlichen Texten
  • Kollokationen = statistisch überzufällig häufige Wortkombinationen

Vorgehen bei Überwachung: Zielanalyse

Named-Entity-Kollokationsanalyse

Die Methode untersucht auf Basis von NER die Kollokationen zu möglichen Terrorzielen.

  • Erkennung aller NE’s
  • Kategorisierung nach Geografische Ziele, Organisationen, Personen, Sonstige
  • Berechnung der Kollokationen zu relevanten NE’s (potentielle Ziele)
  • Abgleich der berechneten Kollokationen mit einer Liste von Wörtern, die auf Gefährdung verweisen

Ideologie-Monitoring

Messen von Einstellungen wie z.B. Linksextreme, Rechtsextreme oder islamistische Einstellungen

Radikalität messen

Dimensionen

  • Stark negative Weltsicht (Gebrauch skandalisierender Vokabeln wie z.B. Dummheit, Frechheit, abscheulich; Gebrauch negativ wertender Adjektive wie z.B. abartig, abscheulich, abschreckend, absurd, abstoßend)
  • Intoleranz gegenüber „abweichenden“ Auffassungen; schwarz-weißes Weltbild (semantische Taxonomien wie z.B. hohe Frequenz im Text von polaren Antonymen: „kurz oder lang“, „tot oder lebendig“)
  • Hohe emotionale Involviertheit (Gradpartikel aus dem absoluten Intensivierungsbereich – mit Abstufungen: absolut, extrem hoch, hoch – wie z.B. „total toll“ statt „toll“ (absolut); „höchst, äußerst, aufs höchste (extrem hoch); „sehr stark, gewaltig, besonders“ (hoch))
  • Neigung zu Verschwörungstheorien (Wörter, die darauf hindeuten, dass die Welt wie sie dargestellt wird, falsch dargestellt wird und Wörter, die darauf hindeuten, dass auf eine andere Wahrheit hinter den Darstellungen des „Establishment“ referiert wird wie z.B. behaupten, scheinbar, vorgaukeln, entlarven, manipulieren, desinformieren, verheimlichen, verschweigen)

Interessante Sprüche:

  • „Keyword-Bullshit: Keywords selbst spielen eine sehr geringe Rolle bei den Analysen.“
  • „Es gibt verschiedene Ebenen des Screenings. … E-Mails werden eher zuletzt in die Hand genommen und ausgewertet.“

Beschreibung:

Der Vortrag stellt fortgeschrittene linguistische Methoden des politisch motivierten Internetmonitorings vor. Er gibt keine Anleitung, wie man sich der Überwachung wirkungsvoll entziehen kann, denn das ist ohnehin zwecklos.
Nach den Enthüllungen von Edward Snowden träumten nicht wenige Netzaktivisten davon, mit Hilfe eines „Keyword-DDoS“ das Überwachungssystem der NSA unbrauchbar machen zu können. Durch das wahllose Einfügen von Wörtern in E-Mails, die beim Monitoring als Indikatoren für relevante Inhalte verwendet werden, sollte das Überwachungssystem des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes überlastet werden. Solche Pläne zeigen, dass die Vorstellung verbreitet ist, die Suche nach für die Nachrichtendienste Interessantem funktioniere vorwiegend über eine Schlagwortsuche. Dabei gibt es längst sehr viel mächtigere Methoden aus dem informatischen Information Retrieval und Text Mining, um große Textmengen effizient nach Inhalten zu durchsuchen. Einige davon möchte ich in meinem Vortrag vorstellen. Zunächst werde ich einige grundlegende computerlinguistische Analysekategorien einführen (Kollokationen, n-Gramme, semanitsche Taxonomien etc.) und dann an ausgewählten Beispielen ihre Anwendung zur Identifizierung von Personen, Themen, Ideologien und Überzeugungsgraden illustrieren.

Der tiefe Staat

Link zum CCC-Stream: Der tiefe Staat

Beschreibung:

Dieser Vortrag beschreibt Konzept und Idee des tiefen Staates anhand der Geschichte der BRD.
Dank der aktuellen Debatte um die Vollüberwachung der Bürger ist das Interesse der Öffentlichkeit an Aspekten des tiefen Staates gestiegen. In diesem Vortrag soll das Konzept des tiefen Staates anhand der bundesrepublikanischen Geschichte aufgezeigt werden. Rechtliche Aspekte kommen ebenso zur Sprache wie der hohe Grad der Militarisierung und das Ausmaß der Überwachung. Auch die historischen Konflikte zwischen paranoidem Rechtskonservatismus und bürgerlichem Widerstand finden Erwähnung. Ein Ausblick soll die Debatte über die Zukunft des tiefen Staates nach Draussen tragen.



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Kommentare

Gerd 14. Januar 2014 um 06:27

Ganz interessante Fakten.Wir müssen uns gegen die permanente Überwachung wehren und George Orwells Version, die ja mittlerweile längst Wirklichkeit geworden ist, zusammen wehren.


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