42

Don’t panic!

Weit draußen in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne. Um sie kreist in einer Entfernung von ungefähr achtundneunzig Millionen Meilen ein absolut unbedeutender, kleiner blaugrüner Planet, dessen vom Affen stammende Bioformen so erstaunlich primitiv sind, daß sie Digitaluhren noch immer für eine unwahrscheinlich tolle Erfindung halten.
Dieser Planet hat – oder besser gesagt, hatte – ein Problem:
die meisten seiner Bewohner waren fast immer unglücklich. Zur Lösung dieses Problems wurden viele Vorschläge gemacht, aber die drehten sich meistens um das Hin und Her kleiner bedruckter Papierscheinchen, und das ist einfach drollig, weil es im großen und ganzen ja nicht die kleinen bedruckten Papierscheinchen waren, die sich unglücklich fühlten.
Und so blieb das Problem bestehen. Vielen Leuten ging es schlecht, den meisten sogar miserabel, selbst denen mit Digitaluhren.
Viele kamen allmählich zu der Überzeugung, einen großen Fehler gemacht zu haben, als sie von den Bäumen heruntergekommen waren. Und einige sagten, schon die Bäume seien ein Holzweg gewesen, die Ozeane hätte man niemals verlassen dürfen.
Und eines Donnerstags dann, fast zweitausend Jahre, nachdem ein Mann an einen Baumstamm genagelt worden war, weil er gesagt hatte, wie phantastisch er sich das vorstelle, wenn die Leute zur Abwechslung mal nett zueinander wären, kam ein Mädchen, das ganz allein in einem kleinen Cafe in Rickmansworth saß, plötzlich auf den Trichter, was die ganze Zeit so schiefgelaufen war, und sie wußte endlich, wie die Welt gut und glücklich werden könnte. Diesmal hatte sie sich nicht getäuscht, es würde funktionieren, und niemand würde dafür an irgendwas genagelt werden.
Nur brach traurigerweise, ehe sie ans Telefon gehen und jemandem davon erzählen konnte, eine furchtbar dumme Katastrophe herein, und ihre Idee ging für immer verloren.
Das hier ist nicht die Geschichte dieses Mädchens.
Es ist die Geschichte dieser furchtbar dummen Katastrophe und einiger ihrer Folgen.
Außerdem ist es die Geschichte eines Buches, eines Reiseführers mit dem Titel Per Anhalter durch die Galaxis -, keines
Erdenbuches: es wurde nie auf der Erde veröffentlicht, und bis die schreckliche Katastrophe eintrat, hat auch kein Erdenmensch je etwas davon gehört oder gesehen.
Trotzdem ein äußerst bemerkenswertes Buch.

Das ist der Beginn einer wunderbaren Reise, das ist der Beginn von

“Per Anhalter durch die Galaxis“.

Wer es einmal gelesen hat, der wird verstehen:

  • er wird verstehen was 42 bedeutet
  • er wird verstehen warum es einen Towel-Day gibt
  • und er wird verstehen warum es wichtigeres gibt als das Wichtigste was wir gerade oder morgen oder nächste Woche vorhaben.

Es ist eine Lebenseinstellung.

42 – Die Anwort auf das Universum, das Leben und den ganzen Rest

Das BESTE was ich jemals zu 42 im NETZ gelesen habe:

42 Finale Thesen zum Internet

1. Das Netz ist groß.
2. Das Netz ist größer als du dir vorstellen kannst.
3. Es ist größer als der Ölteppich im Golf von Mexiko.
4. Wenn du es von Japanern auf Reiskörner transkribieren ließest, dann bräuchtest du so viele Reiskörner, dass Kim Yong-il zum Mittagessen seine Atomwaffen verspeisen müsste.
5. Und würdest du davon ein You-Tube-Video drehen, also von Kim Yong-il wie er seine Atomwaffen verspeist, dann wäre das Netz so groß, dass sich mehr als 100 Millionen Menschen dieses Video ansähen.
6. Und ein anderer würde kommen und dein Video rippen und ein süßes Kätzchen hineinschneiden.
7. Und die Leute würden es lieben.
8. Leute, die du in deinem Leben nicht kennenlernen wirst.
9. Leute, die du in deinem Leben nicht kennenlernen willst.
10. Deinen Nachbarn zum Beispiel.
11. Aber das musst du auch nicht. Das Netz lässt dir die freie Wahl.
12. Du bist der Held in diesem Abenteuer. Du entscheidest, welche Links du klickst, ob du dich bei Parship oder Ebay anmeldest, ob du bingst oder googlest, ob du bei Facebook deine Daten verschenkst oder bei  Twitter deine Gedanken.
13. Es gibt Menschen, denen macht das Angst. Deshalb hassen sie das Netz. Sie wollen Leitplanken, feste Regeln und gottgegebene Werte. Sie wollen gesagt bekommen, was sie zu tun haben, damit sie sich nicht den Kopf darüber zerbrechen müssen, was sie tun wollen.
14. Das Netz sagt es dir nicht.
15. Das Netz sagt: „I can haz cheeseburger.“
16. Aber du kannst keinen Cheeseburger haben im Netz. Und selbst wenn dir Amazon einen Cheeseburger schickt, dann gibt es dahinter einen Menschen, der die Patties entfrostet, das Fleisch brät und es in Ketchup ertränkt. Einen Menschen, der in dieser Zeit für dich darauf verzichtet, nachzusehen, welcher Shitstorm gerade auf Twitter heraufzieht.
17. Und deshalb ist Dankbarkeit angebracht. Dankbarkeit dafür, dass es Menschen gibt, die uns den Rücken freihalten, während wir unser Netz gestalten.
18. Und wie das so sein müsste in einer idealen Gesellschaft, geben wir ihnen etwas zurück. Denn auch der Patty-Mann freut sich, wenn er nach einem langen Arbeitstag noch ein bisschen Nerdcore klicken kann.
19. Wir stricken unsere Gedanken zu Häkelschweinen und literal Videos und zeigen sie der Welt.
20. Wir borgen uns die beste schwarze Knete und die beste weiße und formen aus zwei Klassikern ein neues Werk. Eines das zeigt, dass es mehr gibt als Schwarz und Weiß. Tausend schillernde Grauschattierungen.
21. Wir recherchieren Informationen, prüfen, entwickeln weiter. Wir sammeln und bewerten sie und verstecken sie in Wikis.
22. Und wenn wir sie selbst vergessen: Das Netz vergisst sie nicht.
23. Selbstlos steht es bereit, um Generationen zukünftiger Archäologen in Brot und Arbeit zu bringen.
24. Denn im Netz gestalten wir die Zukunft.
25. Und in Wikipedia die Vergangenheit.
26. Und auf Twitter die Gegenwart.
27. Das Netz ist unser Gedächtnis. Ein Gütiges, Neutrales. Es speichert gleichberechtigt die 0:8 Niederlage der Maltesischen Fußballnationalmannschaft 76 wie die 11 Dimensionen der Stringtheorie.
28. Es gibt dem grün geschnäbelten Twitterer eine Stimme, der sein erstes „Hallo Welt!“ in die Weite ruft wie dem Sascha Lobo, der sich einen süffisanten Netzpolitikwitz über die SPD verkneift.
29. Es fördert die Kooperation und die Kommunikation.
30.Es lässt Menschen über den Globus hinweg an Software schreiben, die sich im gleichen Land gegenseitig die Arbeitsplätze wegnehmen würden.
31. Es bietet Vollbeschäftigung, denn in seiner Endlosigkeit gibt es stets genug zu tun.
32. Für die Produzenten und die Konsumenten und die Prosumenten. Denn was die Wirklichkeit da draußen nicht versteht: Der eine ist ohne den anderen nichts. Eine Formspring-Seite ohne Fragen, ein ungeflattrtes Flattr-Thing, ein Facepalm ohne Hand und Gesicht.
33. Die Aufmerksamkeit ist die Währung des Internets. Doch der, der viel davon bekommt, kann doch nicht mehr ausgeben als jeder andere. Der Reichtum entkoppelt vom Prassen. Ein Kapitalistenalbtraum.
34. Und deshalb muss alles zurücktransferiert werden in die echte Welt, versilbert, vergoldet, monetarisiert. Weil man sonst ja hungert und Hungern auf den ersten Blick zwar eine schlanke Figur, aber auf Dauer recht unglücklich macht.
35. Und so liegt die Realität in ständigem Clinch mit dem Netz. Wie Schäuble und die Bürgerrechte.
36. Und Missionare ziehen in die neue Welt mit Fackeln und Kanonen, um sie zu zivilisieren. Die Datenautobahn soll ein Parkplatz werden mit Feuerwehreinfahrtszone und Parkscheinautomat.
37. Doch das Netz zu bekämpfen ist so schwer wie ein Loch im Ozean zu stopfen. Denn es spiegelt die menschliche Natur.
38. Es lässt sich nicht fassen.
39. Denn wir sind das Netz.
40. Große, Kleine, Dicke, Dünne, Dumme, Deppen und Idioten. Wortverdreher, Wortversteher. Frauen, Männer, Transvestiten. Zwitter, Nerds und Aleviten. Zum Leidwesen aller auch reimende Blogger. Menschen könnte man sie nennen. Oder Kriminelle.
41. Das ist eine Sache der Perspektive. Verhandelbar und verhandelt wird es. Im sich selbst ähnlichen Meta-Medium Internet. Das tausend Fragen aufwirft.
42. Und eine Antwort auf alle Fragen.

Und wer noch nicht weiß was “42” genau bedeutet, der kann hier nachlesen

oder hier weiter warum:

Denn:

Nicht so bekannt duerfte der technische Hintergrund der erteilten Antwort (Anm.: aus Douglas Adams Buch) sein:
Das Zeichen fuer Stern in der ASCII-Tabelle ist: *.
Dieses Zeichen hat den dezimalen Wert 42. In Bits lautet es: 0101010.
Computerprozessoren lassen sich grob in zwei Klassen einteilen: jene, welche zuerst von links die Bits des Zeichens lesen und solche, welche zuerst von rechts die Bits eines Zeichens lesen. Der Unterschied ist fundamental. Und beim “Stern” ist es eben voellig egal, von woher das Zeichen betrachtet wuerde: 0101010 ist also der “Otto” oder die “Anna” unter den ASCII-Zeichen. Es gibt unter den 7-stelligen Zeichen im ASCII-Code selbstverstaendlich weitere derartige beidseitig identisch lesbare Kombinationen von Nullen und Einsen, aber keines repraesentiert etwas, das metaphorisch auf den Weltraum verweist.

Don’t panic!

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